Ein 300-Millimeter-Wafer ist im Rahmen eines Presserundgangs in einer Halbleiterfabrik ausgestellt.

Brüssel (dpa) – Sachsen hat zusammen mit mehreren Mikroelektronik-Standorten der Europäischen Union die Gründung einer Allianz der Halbleiter-Regionen angestoßen. Ziel der Allianz sei die gemeinsame Stärkung des Wachstums und die Erhöhung der Wettbewerbsanteile der europäischen Halbleiterindustrie gegenüber den Standorten in den USA und Asien, teilte die sächsische Staatsregierung am Montag bei einem Kabinettsbesuch in Brüssel mit. Die Gründung des europäische Chip-Gesetzes (European Chips Act) soll voraussichtlich im ersten Quartal 2024 vollzogen werden.

Hierfür sollen Wissen und bewährte Verfahren ausgetauscht, Kooperationen und gemeinsame Innovationen gefördert sowie die Entwicklung einer starken und integrierten Wertschöpfungskette unterstützt werden. Die entsprechende Absichtserklärung wurde bisher von insgesamt 13 Standorten aus 9 EU-Staaten unterzeichnet – unter anderem von Bayern, dem spanische Baskenland und der belgischen Region Flandern.

«Um Europas ökonomische Stärke und Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren, müssen wir vor allem in der Halbleiterbranche unsere technische Souveränität ausbauen», sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Sachsen werde dafür mit weiteren starken Mikroelektronik-Standorten an einem Strang ziehen. Die neue europäische Allianz schaffe einen einmaligen Raum für Investitionen und Ökosystemstrukturen in der Chipindustrie.

Die Schwerpunkte der Allianz lägen etwa im Bereich Forschung und Innovation, der Entwicklung neuer Technologien, der Förderung des Technologietransfers bis hin zur Kommerzialisierung. Für die Qualifikations- und Talententwicklung innerhalb der Allianz sollen Bildungs- und Ausbildungsprogramme gefördert und Fachkräfte für die Regionen gewonnen werden. Zudem wollen die Mitglieder regionale Cluster und überregionale Kooperationen fördern und damit ein europäisches Netzwerk von Mikroelektronik-Regionen schaffen.